Abriss Siegplatte

Siegen

Eindrücke zum Projekt

Projektdetails


Ort:
Siegen

Projekt:
Abriss Siegplatte

Auftraggeber:
Stadt Siegen

Bauüberwachung:
Stadt Siegen, Herr Griese
Büro BPR Dr. Schäpertöns & Partner München, Herr Möckel

Bauleitung Gebr. Schmidt:
Dipl.-Ing. Thomas Otterbach

Ausführungszeitraum:
Juli 2012 - November 2012

Bausumme:
600.000 €

Hauptmassen:
    250 m    prov. Absturzsicherung liefern und aufbauen
         2 St    Bronzedenkmäler abbauen
6.200 m2   Abdichtungen, Plattenbeläge und Gußasphaltschichten
                     aufnehmen
    600 m2   Spundwände herstellen inkl. Lockerungsbohrungen
    230 m     Betongleitwände liefern und aufbauen
    900 m3   Baugrubenaushub
2.500 m3   Beton / Stahlbetonbauteile abbrechen und entsorgen
3.500 m2   verlorene Schalung selektieren und entsorgen

diverse Wasserhaltungsmaßnahmen wie Schlammsperren, Abfischungen, Bachumleitungen, Verrohrung und Fangedämme

Baustellenbericht


Knabber, Knabber, Knäuschen – Tschüss Platte

Nach entsprechender Auftragsvergabe der Abbrucharbeiten der Siegparkpalette („Siegplatte“)  im Zuge der Komplettumgestaltung der Siegener Innenstadt begannen die Arbeiten am 20.08.2012. Die Arbeiten standen dabei als zentraler Teilbereich des Bauprojektes „Siegen – Zu Neuen Ufern“ sehr stark im öffentlichen/medialen Interesse.

Nachdem zunächst die verschiedenen Fahrbahnaufbauten und Einrichtungen zurück bzw. abgebaut wurden, wurde im Bereich der angrenzenden Brüder-Busch-Straße eine Spundwandkonstruktion auf etwa 60 m Länge eingebracht. Die Spundwand stellte die seitliche Begrenzung einer späteren Zufahrtsrampe auf Sieg-Niveau dar. Nach entsprechender Auskofferung der Zufahrtsrampe wurde ein Teil der vorhandenen Ufermauer abgebrochen. So entstand die Zufahrtsmöglichkeit unterhalb der Siegplatte für „schweres Abrissgerät“.

Am 06.09.2012 begann offiziell der eigentliche Abriss mit der Herstellung einer in der Betonplatte gestemmten Öffnung.

Die Fa. Gebr. Schmidt entschied sich grundsätzlich für einen Abriss von unten, da die Statik der Betonplatte nur eine Belastung von 9 to/m² zuließ.

Die Siegplatte bestand hauptsachlich aus aufgelegten Betonfertigteilelementen, die jedoch mit entsprechenden bewehrten Ortbetonfundamenten miteinander verbunden waren. Im Bereich des Siegbettes lagen die Fertigteile auf einer Balken/Stützenkonstruktion mit entsprechendem Kragarm auf.

Im Zuge der Arbeitsvorbereitung hatten wir vor, die Betonplatten im Bereich des Auflagers der Ufermauer/Brüder-Busch-Straße mit einer Sollbruchfuge zu trennen. Die Einzelplatten sollten dann über die Balken/Stützenkonstruktion aufgrund der Schwerkraft gekippt und mit dem Abrissbagger mittels einer Abbruchzange zerkleinert und nachgezogen werden. Dies wurde so auch in der Praxis umgesetzt. So wurde verhindert, dass jegliches Abbruchgut in die „fließende Welle“ der Sieg fiel. Die Ortbetonfundamente zwischen den einzelnen Fertigteilelementen (b = 1,50 m) lösten wir mittels eingesetztem Minibagger mit Stemmhammer auf der Parkplatte. Dieser stemmte wiederum Sollbruchfugen parallel zu den aufgelegten Fertigteilen, so dass insgesamt 4,00 m breite und 35 m lange Einzelelemente mit dem großen Abrissbagger entfernt werden konnten. Nach entsprechender Anlaufzeit wurden weitere Bagger eingesetzt. Bagger 1 mit Abrisszange für den eigentlichen Abbruch; Bagger 2 dahinter mit entsprechendem Pulverisierer zum Zerkleinern und selektieren des Abbruchgutes; Bagger 3 als reiner Ladebagger für die Beladung des eingesetzten LKW´s mit Abbruchgut. Dabei wurde das Abbruchgut in die Fraktionen Bauholz und Mineralik mit Metall/Schrott separiert.

Die Umleitung der Sieg, speziell bei Wasserständen über Mittelwasserabfluss (6 cbm/Sekunde) sowie die Herstellung der Fangdämme erfolgte mittels gefüllter Big Packs. Die Länge des dabei eingeengten Siegquerschnittes entsprach einer Tagesabbruchleistung.

Zum Schutz des vorhandenen Sohlsubstrates und der Verhinderung von einfallendem Abbruchgut in die fließende Welle der Sieg wurde unter der vorhandenen Kragarmplatte ein Dumper eingesetzt. Die Ladefläche (Kippermulde) wurde durch angeschweißte Metallplatten entsprechend vergrößert und so an die Länge der Kragarmplatte angepasst.

Nach wenigen Tagen hatten sich die Arbeitsabläufe so automatisiert, dass pro Arbeitstag bis zu 1.000 qm Siegplatte abgerissen, zerkleinert und entsorgt wurden.

Den Mitarbeitern um Projektleiter Thomas Otterbach sowie Schachtmeister Wolfgang Pütz wurde durch die täglich anwesenden hunderten Zuschauern stellenweise Szenenapplaus zuteil.

Am 25.10.2012 wurde symbolisch die letzte Platte der Siegplatte vor vielen Zuschauern abgebrochen.

Der Endtermin wurde um vier Wochen verkürzt. Die Fa. Gebr. Schmidt hat hier, ohne Übertreibung, bei dieser innerstädtischen Prestigebaustelle eine Duftmarke in Punkto Abriss gesetzt.

Wir sagen daher Danke an unsere Zuschauer und neuen Fans.

Tschüss Platte!

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